Hintergrund & Debatte
Warum es keine Noten gibt
Für die Bundesjugendspiele wird keine Note vergeben. Das Ergebnis mündet in eine Urkunde. Warum das so angelegt ist und was die Punktzahl wirklich aussagt.
Urkunde statt Zensur
Bei den Bundesjugendspielen gibt es keine Note. Das Ergebnis eines Kindes wird nicht in eine Zensur übersetzt, sondern in eine Urkunde. Je nach Leistung ist das die Teilnahmeurkunde, die Siegerurkunde oder die Ehrenurkunde, die traditionell die Unterschrift des amtierenden Bundespräsidenten trägt.
Entscheidend dabei: Jedes teilnehmende Kind bekommt eine Urkunde. Es gibt kein Ergebnis, das als nicht bestanden gilt. Welche Stufen es gibt und wie sie sich unterscheiden, zeigt der Überblick über die Urkunden.
Warum die Spiele ohne Noten auskommen
Die Bundesjugendspiele sind ein Bundeswettbewerb, der den Sportunterricht ergänzt, ihn aber nicht ersetzt. Ihr Zweck ist es, zu Bewegung zu motivieren und Erfolgserlebnisse zu ermöglichen. Eine Note würde dieser Idee zuwiderlaufen, und zwar aus mehreren Gründen:
- Teilnehmen soll jedes Kind können, unabhängig vom sportlichen Niveau.
- Die Rückmeldung läuft über eine Urkunde, die Anstrengung anerkennt, nicht über eine Zahl im Zeugnis.
- Gemessen wird an einem einzelnen Tag. Tagesform, Wetter und Nervosität spielen dabei eine große Rolle.
Mehr zu den Zielen und zur Debatte darum steht im Beitrag Sinn, Zweck und Ziele.
Und die Sportnote?
Die häufigste Anschlussfrage lautet: Zählt das Ergebnis für die Sportnote? Für die Bundesjugendspiele selbst wird keine Note vergeben. Die Sportnote entsteht im laufenden Unterricht über das ganze Schuljahr und berücksichtigt deutlich mehr als einen einzelnen Wettkampftag.
Ob und in welcher Form ein Ergebnis darüber hinaus im Sportunterricht aufgegriffen wird, regeln die Länder und die einzelnen Schulen unterschiedlich. Eine pauschale Antwort gibt es dafür nicht. Wer es für die eigene Schule genau wissen möchte, fragt am besten direkt bei der Sportlehrkraft nach.
Was die Punktzahl stattdessen aussagt
Im Format Wettkampf werden die Leistungen über die offizielle DLV-Wertungstabelle in Punkte umgerechnet. Gewertet wird ein Dreikampf aus drei der vier Bereiche Sprint, Sprung, Wurf oder Stoß und Ausdauer, die Gesamtpunktzahl ist die Summe der drei besten Bereiche. Für die Sieger- und die Ehrenurkunde gelten feste Punktgrenzen je Alter und Geschlecht.
Im Format Wettbewerb, das vor allem in der Grundschule zum Einsatz kommt, gibt es nicht einmal eine feste Punktzahl. Dort richtet sich die Urkunde nach der Platzierung innerhalb der Vergleichsgruppe.
Die Punktzahl ist damit ein Vergleichsmaßstab, keine Bewertung der Person. Am meisten bringt sie, wenn man die eigene Entwicklung von Jahr zu Jahr verfolgt. Punkte, Urkundenstufe und der Abstand zur nächsten Stufe lassen sich mit dem Bundesjugendspiele Rechner nachrechnen. Verbindlich bleibt die Auswertung der Schule beziehungsweise die offizielle Wettkampfkarte des Deutschen Leichtathletik-Verbandes.
Häufige Fragen
Werden die Bundesjugendspiele benotet?
Nein. Für die Bundesjugendspiele wird keine Note vergeben. Das Ergebnis mündet in eine Urkunde: Teilnahme-, Sieger- oder Ehrenurkunde.
Zählt das Ergebnis für die Sportnote?
Die Sportnote entsteht im Unterricht über das ganze Schuljahr. Ob ein Ergebnis darüber hinaus aufgegriffen wird, regeln Länder und Schulen unterschiedlich. Am besten bei der Sportlehrkraft nachfragen.
Kann man bei den Bundesjugendspielen durchfallen?
Nein. Jedes teilnehmende Kind erhält mindestens die Teilnahmeurkunde. Ein Nichtbestehen gibt es nicht.
Was sagt die Punktzahl dann aus?
Sie ordnet die Leistungen über die DLV-Wertungstabelle ein und zeigt, ob die Grenzen für Sieger- oder Ehrenurkunde erreicht sind. Eine Bewertung der Person ist sie nicht.