Punkte & Wertung
Die Punktetabelle richtig lesen
Die Punktetabelle wandelt jede Weite, Höhe und Zeit in Punkte um. Wer ihren Aufbau kennt, liest Ergebnisse schneller und versteht, wie die Gesamtpunktzahl zustande kommt.
Was die Punktetabelle eigentlich ist
Hinter den Bundesjugendspielen im Format Wettkampf steht die offizielle DLV-Wertungstabelle, oft als Wettkampfkarte bezeichnet. Sie ordnet jeder Leistung in einer Disziplin eine Punktzahl zu. Ein Sprint über 50 Meter, ein Weitsprung oder ein Wurf mit dem Schlagball werden so vergleichbar gemacht, obwohl sie in Sekunden, Metern und Zentimetern gemessen werden.
Die Punkte sind die gemeinsame Währung. Erst durch sie lassen sich Ergebnisse aus ganz verschiedenen Bereichen addieren und am Ende mit den Urkundengrenzen vergleichen.
Warum es nicht die eine Tabelle gibt
Eine einzige Tabelle für alles wäre nicht möglich, weil Sekunden, Meter und Zentimeter nicht miteinander vergleichbar sind. Getrennt wird die Wertung deshalb nach Disziplin und nach Geschlecht. Für den Weitsprung der Mädchen gilt eine andere Tabelle als für den Weitsprung der Jungen, und für den Schlagball wieder eine eigene.
Nach dem Alter ist die Wertungstabelle dagegen nicht aufgeteilt. Ein Weitsprung über 3,50 m bringt einem achtjährigen Mädchen dieselben 373 Punkte wie einer Vierzehnjährigen. Das Alter wirkt an zwei anderen Stellen:
- Es legt fest, welche Disziplinen überhaupt zur Wahl stehen, etwa die Sprintstrecke oder das Wurfgerät.
- Es legt die Punktgrenzen für Sieger- und Ehrenurkunde fest. Diese Grenzen steigen von Jahrgang zu Jahrgang.
Die Bewertung bleibt damit altersgerecht, ohne dass die Punktetabelle selbst nach Jahrgängen aufgeteilt sein müsste. Für die Auswertung heißt das: Du brauchst die Tabelle der richtigen Disziplin und des richtigen Geschlechts, und danach die Punktgrenze des eigenen Jahrgangs. Welche Gesamtpunktzahl in welchem Alter nötig ist, steht im Beitrag Urkundengrenzen nach Alter.
Zeile für Zeile lesen
Eine Tabelle listet in einer Spalte die Leistung und daneben die zugehörige Punktzahl. Bei Laufdisziplinen gilt: je kleiner die Zeit, desto mehr Punkte. Bei Sprung und Wurf gilt das Gegenteil, hier bringen größere Werte mehr Punkte.
Du suchst also deine gemessene Leistung in der Spalte und liest die Punkte daneben ab. Liegt dein Ergebnis genau auf einem Tabellenwert, ist die Sache eindeutig. Liegt es dazwischen, kommt die Interpolation ins Spiel.
Zwischenwerte und Interpolation
Selten trifft eine Leistung exakt einen Tabellenwert. Für alles dazwischen wird interpoliert, also rechnerisch ein passender Punktwert zwischen den beiden nächsten Zeilen ermittelt. Das sorgt dafür, dass auch kleine Unterschiede in der Weite oder Zeit fair berücksichtigt werden.
Von der Tabelle zur Urkunde
Sind alle Disziplinen umgerechnet, werden die Punkte zur Gesamtpunktzahl addiert. Diese Summe entscheidet über die Urkunde, denn im Wettkampf gelten feste Punktgrenzen je Alter und Geschlecht. Wie das Schritt für Schritt aussieht, zeigt das Rechenbeispiel.
Die Tabellen stammen aus den offiziellen DLV-Wertungstabellen. Verbindlich bleibt die Auswertung der Schule beziehungsweise die offizielle Wettkampfkarte. Der Rechner ist ein Hilfsmittel zur Orientierung.
Häufige Fragen
Gibt es eine Punktetabelle für alle Kinder?
Nicht eine einzige. Es gibt je Disziplin eine Tabelle für Mädchen und eine für Jungen. Nach Jahrgängen ist sie nicht getrennt: Das Alter wirkt über die erlaubten Disziplinen und über die Punktgrenzen für die Urkunden.
Was passiert mit Leistungen zwischen zwei Tabellenwerten?
Sie werden interpoliert. Zwischen den beiden nächstgelegenen Zeilen wird rechnerisch ein passender Punktwert ermittelt, sodass auch kleine Unterschiede zählen.
Bringt dieselbe Weite in jedem Alter gleich viele Punkte?
Ja. Die Wertungstabelle ist nur nach Disziplin und Geschlecht getrennt, nicht nach Jahrgang. Unterschiedlich sind die Punktgrenzen für die Urkunden: Sie steigen mit jedem Jahr, sodass ältere Kinder für dieselbe Urkunde mehr Gesamtpunkte brauchen.