Bundesjugendspiele Rechner

Punkte & Wertung

Bessere Leistung, schlechtere Urkunde

Die Weite stimmt, die Zeit stimmt, und trotzdem liegt eine niedrigere Urkunde auf dem Tisch als im Jahr davor. Dafür gibt es drei sachliche Erklärungen.

Die Punkte für eine Leistung ändern sich nicht

Der häufigste Irrtum zuerst: Eine bestimmte Weite, Höhe oder Zeit ergibt immer dieselbe Punktzahl, unabhängig vom Alter des Kindes. Die Wertungstabelle des Deutschen Leichtathletik-Verbandes ist nach Disziplin und Geschlecht getrennt, nicht nach Jahrgang. Wer im Weitsprung 3,50 m springt, bekommt dafür mit 10 Jahren genauso viele Punkte wie mit 13.

Was sich mit dem Alter ändert, ist etwas anderes: die Punktgrenze für die Urkunde. Genau daraus entsteht der Eindruck, das Ergebnis sei schlechter geworden, obwohl die Leistung besser war.

Grund 1: Die Urkundengrenze steigt jedes Jahr

Ein Beispiel mit Werten aus der Wertungstabelle für Mädchen im Weitsprung:

JahrgangWeitePunkte dafürEhrenurkunde ab
mit 10 Jahren3,50 m373825
mit 11 Jahren3,70 m398900

Die Leistung ist um 20 Zentimeter besser geworden und bringt 25 Punkte mehr. Die Grenze für die Ehrenurkunde ist im selben Zeitraum aber um 75 Punkte gestiegen. Der Abstand zur nächsten Urkundenstufe ist also gewachsen, obwohl sich das Kind verbessert hat.

Die 373 und 398 Punkte sind dabei die Punkte aus einer einzelnen Disziplin. Für die Urkunde zählt die Summe aus drei Bereichen. Alle Grenzen je Jahrgang stehen in der Tabelle nach Alter.

Grund 2: Im neuen Jahrgang zählt eine andere Disziplin

In einigen Jahrgängen wechselt die Disziplin und damit auch die Tabelle. Zwei Beispiele:

Ein neues Gerät und eine neue Strecke bedeuten eine neue Tabelle. Die Punktzahl aus dem Vorjahr lässt sich dann nicht mehr direkt danebenlegen, auch wenn sich das Kind gleich stark angestrengt hat.

Grund 3: Ein anderer Bereich ist in die Wertung gerutscht

Gewertet wird ein Dreikampf aus drei der vier Bereiche Sprint, Sprung, Wurf oder Stoß und Ausdauer. In die Gesamtpunktzahl gehen die drei besten Bereiche ein. Viele Schulen lassen vier Übungen absolvieren und streichen das schwächste Ergebnis.

Damit kann sich die Zusammensetzung von Jahr zu Jahr ändern. War diesmal ein anderer Bereich das Streichergebnis, verschiebt sich die Summe, ohne dass eine einzelne Leistung schlechter geworden wäre. Wie die Summe zustande kommt, zeigt der Beitrag Punkte berechnen.

So prüfen Sie den Vergleich sauber

Für einen echten Jahresvergleich lohnt es sich, Disziplin für Disziplin zu schauen statt nur auf Gesamtpunktzahl und Urkunde.

Mit dem Bundesjugendspiele Rechner lassen sich beide Jahre nacheinander durchrechnen. Er zeigt die Punkte je Disziplin, die Gesamtpunktzahl und die Urkundenstufe, und er rechnet zurück, welche Weite oder Zeit bis zur nächsten Stufe noch fehlt.

Verbindlich ist die Auswertung der Schule beziehungsweise die offizielle Wettkampfkarte des DLV. Der Rechner ist ein inoffizielles Hilfsmittel zur Orientierung. Wie anspruchsvoll die oberste Stufe ist, ordnet Wie schwer ist die Ehrenurkunde ein.

Häufige Fragen

Warum hat mein Kind trotz besserer Weite eine schlechtere Urkunde?

Weil die Punktgrenze für die Urkunde mit jedem Jahrgang steigt, oft stärker als die eigene Verbesserung. Die Punkte für eine bestimmte Weite bleiben dagegen gleich.

Bekommt ein jüngeres Kind für dieselbe Weite mehr Punkte?

Nein. Die Wertungstabelle ist nach Disziplin und Geschlecht getrennt, nicht nach Alter. Unterschiedlich sind nur die Punktgrenzen für Sieger- und Ehrenurkunde.

Warum sind die Punkte gesunken, obwohl die Leistung gleich blieb?

Häufig hat die Disziplin gewechselt, etwa von 50 m auf 75 m ab 14 Jahren. Dann gilt eine andere Tabelle, und die Werte sind nicht direkt vergleichbar.

Kann eine Urkundenstufe verloren gehen, ohne schlechter zu werden?

Ja. Steigt die Grenze im neuen Jahrgang stärker als die eigene Leistung, reicht eine leicht bessere Punktzahl nicht mehr für die Stufe des Vorjahres.