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Weitsprung richtig messen: was zählt und was nicht

Beim Weitsprung wird nicht die Flugweite gemessen, sondern der Abstand von der Absprunglinie bis zum nächsten Abdruck im Sand. Wer das weiß, versteht sein Ergebnis und viele Diskussionen an der Grube.

Wo die Messung beginnt

Gemessen wird ab der Absprunglinie, nicht ab dem Punkt, an dem der Fuß tatsächlich aufgesetzt hat. Wer einen halben Meter vor dem Balken abspringt, verschenkt diesen halben Meter also in der Wertung.

In der Schule wird häufig mit einer Absprungzone statt mit einem schmalen Balken gearbeitet. Dann gilt in der Regel die Stelle als Messpunkt, an der der Fuß aufgesetzt wurde. Das nimmt Druck aus dem Anlauf, weil ein leicht verfehlter Balken nicht sofort einen ungültigen Versuch bedeutet. Welche Variante gilt, legt die Schule fest, deshalb lohnt sich vor dem ersten Sprung eine kurze Nachfrage bei der Aufsicht.

Der nächste Abdruck zählt

Am anderen Ende wird nicht bis zu den Füßen gemessen, sondern bis zu dem Abdruck im Sand, der der Absprunglinie am nächsten liegt. Dabei zählt jede Berührung, also auch die Hand, das Gesäß oder der Ellenbogen.

Deshalb bringt eine saubere Landung mit Körperschwerpunkt nach vorne oft mehr als ein paar Zentimeter zusätzliche Flugweite. Wie das technisch geht, steht im Beitrag Weitsprung: Tipps für mehr Weite.

Häufige Streitfälle an der Grube

Die meisten Diskussionen drehen sich um immer dieselben Situationen:

Fragt lieber direkt am Sprung nach, wenn eine Messung unklar wirkt. Sobald der Sand geglättet und die Weite auf der Karte notiert ist, lässt sich der Versuch nicht mehr überprüfen.

Was Zentimeter bei den Punkten ausmachen

Die gemessene Weite wird über die Wertungstabelle des Deutschen Leichtathletik-Verbandes in Punkte umgerechnet, Zwischenwerte werden interpoliert. Es gibt also keine Stufen, in denen mehrere Zentimeter denselben Wert ergeben: Jeder zusätzliche Zentimeter schlägt sich in der Punktzahl nieder, wenn auch in kleinen Schritten.

Wie stark sich eine Weite auf das Gesamtergebnis auswirkt, lässt sich vorher durchspielen. Der Bundesjugendspiele Rechner zeigt zu jeder Weite die Punkte und rechnet auch zurück, welche Weite für die Sieger- oder Ehrenurkunde noch fehlt. Er ist ein inoffizielles Hilfsmittel, verbindlich bleibt die Auswertung der Schule. Weitere Punkte, die im Wettkampf unnötig Weite und Zeit kosten, sammelt der Beitrag Häufige Fehler vermeiden.

Häufige Fragen

Ab welcher Stelle wird beim Weitsprung gemessen?

Ab der Absprunglinie beziehungsweise dem Absprungbalken, nicht ab dem Punkt, an dem der Fuß aufgesetzt hat. Nutzt die Schule eine Absprungzone, gilt meist die tatsächliche Absprungstelle.

Bis wohin wird im Sand gemessen?

Bis zu dem Abdruck, der der Absprunglinie am nächsten liegt. Dabei zählt jede Berührung, also auch Hand, Gesäß oder Ellenbogen.

Ist ein Sprung ungültig, wenn ich hinter dem Balken abspringe?

Nein. Der Versuch ist gültig, wird aber ab der Absprunglinie gemessen. Ungültig ist nur ein Absprung über die Linie hinaus.

Warum ist meine Weite kürzer, als sie sich angefühlt hat?

Meist wegen eines zu frühen Absprungs oder einer Berührung hinter dem Körper. Beides verschiebt den Messpunkt und kostet Zentimeter.