Disziplinen & Training
Schlagball oder 200-g-Ball: welches Wurfgerät wann gilt
Im Bereich Wurf und Stoß ändert sich das Gerät mit dem Alter. Mal zählt der leichte Schlagball mit 80 g, mal der schwerere Ball mit 200 g. Wer weiß, was für das eigene Alter vorgesehen ist, trainiert von Anfang an das Richtige.
Welches Wurfgerät in welchem Alter zählt
Im Format Wettkampf gehört zu jedem Alter eine feste Auswahl im Bereich Wurf und Stoß. Der Schlagball wiegt 80 g, der Ball 200 g. Beide werden nach denselben Regeln geworfen, aber sie stehen nicht gleichzeitig für jedes Alter zur Verfügung.
| Mädchen | 8 bis 13 Jahre: Schlagball 80 g. Ab 14 Jahren: Ball 200 g (dazu Schleuderball 1 kg). |
| Jungen | 8 bis 10 Jahre: Schlagball 80 g. Mit 11 Jahren beide zur Wahl. Ab 12 Jahren: Ball 200 g. |
Zusätzlich kommt in beiden Fällen der Kugelstoß ab 12 Jahren dazu, der Schleuderball ab 14 Jahren. In den ältesten Klassen fällt der 200-g-Ball wieder weg, dort bleiben Schleuderball und Kugelstoß. Verbindlich ist immer die Wettkampfkarte des Deutschen Leichtathletik-Verbandes beziehungsweise die Vorgabe der Schule.
Warum Jungen früher auf den 200-g-Ball wechseln
Der Wechsel ist kein Zufall, sondern folgt der Leistungsentwicklung: Sobald der leichte 80-g-Ball sehr weit fliegt, wird er als Messgerät ungenau. Der Wind spielt eine größere Rolle, und die Wurfanlage stößt an ihre Grenzen. Der schwerere Ball macht die Unterschiede wieder besser sichtbar.
Bei den Jungen passiert das im Schnitt früher, deshalb gibt es dort die Übergangsklasse mit 11 Jahren, in der beide Geräte zulässig sind. Bei den Mädchen bleibt der Schlagball bis einschließlich 13 Jahren das vorgesehene Gerät.
Jedes Gerät hat seine eigene Punktetabelle
Wichtig für die Wertung: Schlagball und 200-g-Ball haben getrennte Wertungstabellen. Dieselbe Weite ergibt also nicht dieselbe Punktzahl. Bei den Mädchen bringen 40 m mit dem Schlagball 492 Punkte, mit dem 200-g-Ball dagegen 472 Punkte. Bei kurzen Weiten dreht sich das Verhältnis um: 15 m ergeben mit dem Schlagball 211 Punkte, mit dem 200-g-Ball 236 Punkte.
Das ist kein Widerspruch, sondern Absicht. Die Tabellen sind auf das jeweilige Gerät geeicht, und mit dem schwereren Ball wirft man normalerweise ohnehin kürzer. Ein direkter Vergleich Meter gegen Meter sagt deshalb wenig aus.
Was das für die Vorbereitung heißt
Wer vor dem Wechseljahr steht, sollte rechtzeitig einmal mit dem schwereren Ball werfen. Die Technik bleibt gleich, aber das Gefühl im Abwurf ist ein anderes, und der Ball verlangt etwas mehr Schwung aus dem ganzen Körper. Tipps dazu stehen im Beitrag Ballwurf 200 g, für das leichtere Gerät im Beitrag Schlagball weiter werfen.
Jungen mit 11 Jahren, die zwischen beiden Geräten wählen dürfen, machen am besten je einen Testwurf und rechnen beide Weiten durch. Welche Variante mehr Punkte bringt und wie viel bis zur nächsten Urkundenstufe fehlt, zeigt der Bundesjugendspiele Rechner. Er ist ein inoffizielles Hilfsmittel; die Auswertung der Schule bleibt verbindlich.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter zählt der 200-g-Ball?
Bei den Jungen ab 12 Jahren, mit 11 Jahren sind Schlagball und 200-g-Ball zur Wahl zugelassen. Bei den Mädchen ab 14 Jahren. Davor ist der Schlagball mit 80 g das vorgesehene Gerät.
Darf man sich das Wurfgerät aussuchen?
Nur dort, wo für das Alter mehrere Geräte vorgesehen sind, etwa bei den Jungen mit 11 Jahren oder ab 14 Jahren zwischen Ball, Schleuderball und Kugelstoß. Welche Stationen angeboten werden, entscheidet die Schule.
Bringt der Schlagball mehr Punkte als der 200-g-Ball?
Das lässt sich nicht pauschal sagen, weil beide Geräte eigene Wertungstabellen haben und der schwerere Ball kürzer fliegt. Bei großen Weiten liegt die Schlagballtabelle höher, bei kurzen Weiten die Tabelle des 200-g-Balls.
Wie schwer sind die Bälle genau?
Der Schlagball wiegt 80 g, der zweite Wurfball 200 g. Der Schleuderball, der ab 14 Jahren dazukommt, wiegt 1 kg.